LONDON, GROSSBRITANNIEN / EuroWire / – Die britische Regierung hat ein Verbot sozialer Medien für Kinder unter 16 Jahren angekündigt und neue Online-Sicherheitsregeln eingeführt, die großen Plattformen die Nutzung ihrer Dienste für jüngere Nutzer untersagen sollen. Die Maßnahmen zielen auf nutzerzentrierte Dienste ab, die auf dem Posten, Teilen und algorithmischen Feeds basieren. Zu den betroffenen Plattformen gehören Instagram, YouTube , TikTok, Snapchat, Facebook und X. Erste Regelungen sollen noch vor Ende 2026 in Kraft treten, die Umsetzung ist für Frühjahr 2027 geplant.

Das Verbot sozialer Medien ist Teil eines umfassenderen britischen Maßnahmenpakets zur Online-Sicherheit von Kindern. Es umfasst auch Livestreaming, den Kontakt zu Fremden und bestimmte risikoreiche Funktionen in Spielen und anderen Online-Diensten. Das Ministerium für Wissenschaft, Innovation und Technologie erklärte, dass Jugendliche unter 16 Jahren das Internet weiterhin zum Lernen, für Nachrichten, Spiele und zum Chatten mit Freunden oder Familie nutzen dürfen. Messengerdienste wie WhatsApp und Signal sind von dem Verbot sozialer Medien ausgenommen.
Die britische Regierung kündigte an, sich an den australischen Regelungen zum Mindestalter für soziale Medien zu orientieren. Das Modell konzentriert sich auf Plattformen, die soziale Interaktion und nutzergenerierte Inhalte mit Empfehlungssystemen ermöglichen. Eine landesweite Konsultation lief von März bis Mai 2026 und verzeichnete über 116.000 Antworten. Laut offiziellen Angaben befürworten neun von zehn Eltern ein Mindestalter von 16 Jahren für soziale Medien. Zwei Drittel der Jugendlichen sprachen sich zudem für Beschränkungen zumindest einiger Plattformen aus.
Altersprüfungen und Plattformdienste
Ofcom wird verschiedene Optionen zur Altersverifizierung vorstellen, um zu bestätigen, ob ein Nutzer über 16 Jahre alt ist. Die Regulierungsbehörde wird Methoden prüfen, die präzise, robust, zuverlässig und fair sind. Der Plan legt die Verantwortung für die Einhaltung der Vorschriften auf die Plattformen und nicht auf die Kinder. Bestehende Online-Sicherheitsregeln verpflichten Dienste bereits dazu, Risiken für Kinder zu bewerten, den Zugang zu schädlichen Inhalten zu reduzieren und strengere Kontrollen anzuwenden, wo Altersprüfungen erforderlich sind.
Die Maßnahmen legen auch Standardbeschränkungen für ältere Jugendliche fest. 16- und 17-Jährige können weiterhin soziale Medien nutzen, Livestreaming und der Kontakt zu Fremden bleiben jedoch standardmäßig deaktiviert. Dieselben Regeln gelten für alle betroffenen Spieledienste, sofern diese Funktionen ein Ansteckungsrisiko bergen. Die Regierung kündigte an, im Juli weitere Details zu anderen Gestaltungselementen zu veröffentlichen, darunter nächtliche Ausgangssperren und Einschränkungen beim endlosen Scrollen für unter 18-Jährige.
Zugriffsregeln für KI-Chatbots
Das Paket beinhaltet Altersbeschränkungen für bestimmte KI-Chatbot-Dienste. Romantische Chatbots, die sexuelle Beziehungen oder Rollenspiele simulieren, müssen ein Mindestalter von 18 Jahren vorschreiben. Ähnliche intime Funktionen in anderen KI-Chatbot-Diensten unterliegen ebenfalls Beschränkungen für Minderjährige. Die Regeln erweitern die Online-Sicherheitsstrategie Großbritanniens um KI-Dienste. Diese umfasst bereits soziale Medien, Suchmaschinen, Spiele und andere digitale Plattformen, die von Kindern genutzt werden.
Eltern und Kinder müssen vor Inkrafttreten der neuen Regeln nicht aktiv werden. Behördenvertreter gaben bekannt, dass vor dem Starttermin 2027 weitere Richtlinien veröffentlicht werden. Ofcom erklärte, man sei bereit, mit der Regierung bei der Ausarbeitung der detaillierten Bestimmungen zusammenzuarbeiten. Die Ankündigung ergänzt den Rahmen des Online-Sicherheitsgesetzes um eine altersbasierte Komponente. Dieses Gesetz verpflichtet Plattformen bereits dazu, Kinder vor schädlichen Inhalten und illegalen Online-Aktivitäten zu schützen.
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